Black Rebel Motorcycle Club in der Arena // Review

“I saw the best minds of my generation destroyed by madness, starving hysterical naked,…”

beginnt das wohl bekannteste Gedicht von Allen Ginsberg, “Howl.“ Ein Werk, das die Band Black Rebel Motorcycle Club augenscheinlich in vielerlei Hinsicht inspiriert hat. Nicht nur haben sie sich das lautmalerisch verheißende Wort „Howl“ als Album-Titel für ihr 2005 erschienenes folk-inspiriertes drittes Album geliehen, sondern auch die einiges von der Ästhetik dahinter.

 

“…angelheaded hipsters burning for the ancient heavenly connection to the starry dynamo in the machinery of night…”

Black Rebel (die aus den beiden Gitarristen/Bassisten Robert Levon Been und Peter Hayes und der Drummerin Leah Shapiro bestehen) stammen wie Allen Ginsberg aus San Francisco. Und wie er sind die drei Bandmitglieder verwegene, einsame Wölfe, gehüllt in schwarze Lederjacken, so schwarz wie die Klagelieder auf ihren Platten, in denen es meistens um gebrochene Herzen, manchmal um Gott und immer wieder um den Rock ‚n‘ Roll geht.

 

“…with dreams, with drugs, with waking nightmares,…”

Mittlerweile hat die Band sechs Alben veröffentlich (das siebte “Wrong Creatures” wird im Januar 2018 erscheinen) und sich nach langer Zeit wieder einmal auf eine ausgiebige Tour begeben.
Die Musiker haben einige Schicksalsschläge hinter sich. Nach Veröffentlichung ihres zweiten Albums trennten sie sich vom Schlagzeuger Nick Jago, der seine Drogenprobleme nicht in den Griff bekommen konnte. Ersetzt wurde er durch Leah Shapiro, bei der 2014 eine Malformation im Gehirn diagnostiziert wurde. Shapiro musste sich daraufhin einer langwierigen Operation unterziehen, deren Kosten die Band mithilfe einer großangelegten Crowd-Funding-Kampagne begleichen konnte.

 

“…who wandered around and around at midnight… leaving no broken hearts…”

Das Konzert, das Black Rebel heute an diesem eisig kalten Dezembersonntag in der Wiener Arena bestreiten, wird beweisen, dass die Band live höchstens an Stärke gewonnen, aber keinesfalls verloren hat. Die Gruppe kommt pünktlich auf die Bühne, tosender Applaus ertönt, aber bewegen will sich noch keiner so richtig. Es braucht dann ein paar Songs und erst bei “Berlin”, dem fünften Songs des heutigen Abends, beginnt die Menge in Stimmung zu kommen.
Spätestens bei der Hälfte des Konzertes ist dann beinahe das gesamte Publikum am Tanzen und Springen und ekstatisches, freudiges Gejubel erklingt von allen Seiten.

Ein bisschen gedämpft wird die musikalische Dynamik durch die Cover-Nummer, die sich Black Rebel für diese Tour ausgesucht haben: „Jailhouse Rock“ von Elvis Presley, das „our soon to be former president“ gewidmet wird.“
Das Publikum versteht den Witz dahinter nicht ganz, lacht bei der Performance aber trotzdem jedes Mal höflich mit, wenn Robert Levon Been es tut.

 

„ …Visions! omens! hallucinations! miracles! ecstasies!..“

Besonders hervorheben muss man am heutigen Abend wohl die phänomenale technische Umsetzung des Konzertes. Nicht nur der Sound ist in jeder Hinsicht fantastisch  und lässt die Arena zu einem Elysium der Gitarrenwände werden,  auch die Lichtshow ist perfekt abgestimmt. Immer wieder erleuchtet ein gleißend rotes Licht die Halle, das perfekt zu den düsteren Songs der Band passt.

 

“Dreams! adorations! illuminations! religions!”

Das heutige Konzert bildet den Tourneeabschluss für Black Rebel Motorcycle Club. Glücklich und demütig ehrt Robert Levon Been also einige Leute am Ende der Show, bedankt sich beim Sound Guy, bei den Roadies, beim Tourbusfahrer Dan, oder hieß er doch Phil, so genau weiß er es nicht mehr.

Man merkt wie sehr der Band das Touren und ihre Musik Spaß macht, man fühlt sich willkommen in ihrem Black Rebel Motorcycle Club, der von mindestens ebenso viel Coolness umwoben ist, wie Marlon Brandos Motorradgang in „The Wild One“, den namensgebenden Film von BRMC.
Ihr Schaffen wird wohl ebenso lange nachwirken, wie das des Schauspielers.

 

„…I’m with you in Rockland

   where you must feel very strange

I’m with you in Rockland

I’m with you in Rockland…“

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